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Krieg und Frieden in Kolumbien PDF Imprimer Envoyer
Écrit par Jean-Laurent Redondo   
Mardi, 01 Juillet 2008 20:44

JLR - Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee (FARC-EP) sind die älteste und größte Guerillaorganisation Lateinamerikas.

Ihr Ursprung geht weit zurück ins 20. Jahrhundert, als sich in Kolumbien Anhänger der liberalen und konservativen Parteien blutige Auseinandersetzungen lieferten, nachdem der liberale Präsidentschaftskandidat und Volkstribun Jorge Eliécer Gaitán, der eine Bodenreform durchführen wollte, im Jahre 1948 ermordet worden war.

Die eigentliche Gründung der FARC geht zurück auf die Jahre 1964 bis 1966. Der kürzlich verstorbene legendäre Guerillaführer Manuel Marulanda schuf in dieser Zeit schlagkräftige bewaffnete Selbstverteidigungsgruppen der verarmten Landbevölkerung. Diese sahen sich als bewaffneter Arm der kommunistischen Partei Kolumbiens, bevor sich die politischen Wege beider Organisationen in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wieder trennten.

In der neueren Geschichte Lateinamerikas gab es viele aufständische linksrevolutionäre Bewegungen. Ihre Legitimität bezogen sie aus der Abwesenheit jeglicher demokratischer Strukturen. Sie bekämpften brutale Rechtsdiktaturen der lokalen Oligarchien und haben zweifelsohne einen großen Beitrag geleistet zur Wiederherstellung demokratischer Staatsformen und Achtung elementarer Menschenrechte in Süd- und Mittelamerika.

Leider ist die Entwicklung der FARC viel widersprüchlicher verlaufen. Überbetonung des militärischen Aspekts des politischen Kampfes und Abrutschen eines Teils ihrer Strukturen in Bereiche gemeiner Kriminalität sind unvereinbar mit emanzipatorischer linker Politik.

Doch eine alleinige Schuldzuweisung an die FARC wäre verfehlt. Die kolumbianische Oligarchie hat zur Aufrecherhaltung ihrer Klassenprivilegien eine Blutspur, tiefer als anderswo, hinterlassen.

Frieden in Kolumbien schaffen heißt das Gebot der Stunde. Dr. Carsten Wieland, Landesbeauftragter der CDU-nahen Konrad Adenauer Stiftung in Kolumbien, schreibt in der Juni-Ausgabe des stiftungseigenen LÄNDERBERICHT: "Einige sehen schon das Ende der Guerilla nahe. Ideologisch ist sie völlig ausgehöhlt. Doch letztendlich wird eine politische Lösung gefunden werden müssen." [www.kas.de]

Letzterer Erkenntnis ist auch aus linker Perspektive zuzustimmen. Der Verbleib der FARC auf der Antiterrorliste der EU ist diesem Ziel nicht dienlich!

 
 

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