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JLR - Seit dem Fall der Berliner Mauer ist immer wieder versucht worden Gregor Gysi als Inoffiziellen Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit zu denunzieren. Stichhaltige Beweise konnte bis heute noch niemand vorlegen. Gegen Gregor Gysi schwingt man einfach nur die Stasi-Keule. Entlastende Dokumente und Fakten werden nicht zur Kenntnis genommen. Das Prinzip der Unschuld bis zum Beweis des Gegenteils gilt nicht mehr.
Eigentlich geht es ja gar nicht gegen die Person Gregor Gysi. Würde er sich aus der aktiven Politik zurückziehen, wäre es sofort still im deutschen Blätterwald. Und schon gar nicht geht es um eine wissenschaftliche Erforschung der Vergehen und Verbrechen der Repressionsorgane der untergegangen DDR und anderer staatssozialistischen Ländern. An einem solchen Unterfangen hätte die politische Linke ein ureigenes Interesse! Fehlentwicklungen, wie die Missachtung von elementaren Prinzipien der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit dürfen bei einem neuen Anlauf zum Sozialismus nicht wiederholt werden. Es geht darum den begnadeten Rhetoriker und die weit über die Grenzen seiner Partei hoch angesehene Persönlichkeit Gregor Gysi politisch und moralisch zu beschädigen. Stellvertretend für die Partei DIE LINKE, die sich in Deutschland als einzige parlamentarische Kraft dem Neoliberalismus widersetzt und an der Perspektive der Überwindung des Kapitalismus festhält. Die Umverteilungspolitik zu Gunsten der Reichen und Mächtigen soll ungestört weitergehen - ohne gesellschaftliche Gegenwehr von unten! Den Menschen soll eingehämmert werden, dass der Neoliberalismus alternativlos ist. Jede sozialistische Perspektive, sei sie auch noch so demokratisch, soll verbaut werden. Klartext redet Thomas Schmid, Chefredakteur der WELT: "Es wirft kein gutes Licht auf das kritische Vermögen Deutschlands, wenn einer wie Gysi mit seinen flotten Sprüchen, seinen Halbwahrheiten und seinen Ausflüchten zu einer überaus populären Figur und in jeder Talkshow willkommenen Gestalt werden kann. Geschieht das, weil er - anders als etwa Politik-Langweiler - so spritzig ist? Wohl kaum. Es liegt eher daran, dass der furchtbare Traum vom Sozialismus noch immer nicht ausgeträumt ist." (Leitartikel veröffentlicht am 29.05.2008 auf den Internetseiten von WELT ONLINE - www.welt.de) Der Mann ist wenigstens ehrlich! |